mardi 22 novembre 2011

Louis-Ferdinand Céline - Der Spiegel - 1961

Voici deux articles parus dans les numéros 29 et 30 de Der Spiegel de 1961 annonçant le décès de Louis-Ferdinand Céline.

GESTORBEN LOUIS-FERDINAND CELINE

Louis-Ferdinand Céline, 67, französischer Schriftsteller und Arzt (bürgerlicher Name: Henri-Louis Destouches); an einer Embolie in Paris. Er begann als Armenarzt, war von 1921 bis 1925 beim Genfer Völkerbund als Mitglied der Hygienekommission tätig und arbeitete von 1926 bis 1936 an der Staatsklinik Clichy. 1932 veröffentlichte er seinen ersten Roman, "Reise bis ans Ende der Nacht". Während der deutschen Besatzungszeit kollaborierte er mit den Nationalsozialisten, worauf er 1944 mit der Vichy-Regierung des Marschalls Pétain, dessen Leibarzt er war, nach Sigmaringen fliehen mußte. Ober diese Zeit fluchte und tobte er in seinem Buch "Von einem Schloß zum andern". Erst nach seiner Amnestierung 1951 kehrte Céline nach Frankreich zurück, wo er bis zuletzt wieder als Armenarzt in kümmerlichen Verhältnissen lebte.

Der Spiegel n°29, 12 juillet 1961.
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CELINE, REISE ANS ENDE

Unser Baum verliert immer mehr Blätter", schrieb Jean Cocteau melancholisch und erläuterte den herbstlichen Vergleich: "Der Tod Célines nach dem Tod Hemingways."

Auch Cocteau, weltprominentes Mitglied im exklusiven Kreis der französischen "Unsterblichen", der Académie Francaise, war ein Opfer dessen geworden, was die Pariser Zeitungen später die "Verschwörung des Schweigens" nannten. Louis-Ferdinand Célinie, der leidenschaftlich verteidigte, bestimmt leidenschaftlich gehaßte französische Schriftsteller, war nicht nach, sondern vor Hemingway gestorben.

Noch am Montag, dem 3. Juli, als Hemingsways Tod in aller Welt bekanntgeworden war, hatte Lucette Almanzor, Célines zweite Frau, Leiterin der Ballettschule Almanzor, ein Kommuniqué veröffentlichen lassen: "Der Gesundheitszustand Louis-Ferdinand Célines, der seit einigen Monaten an einem Herzleiden krankt, hat sich plötzlich verschlechtert." Zu dieser Zeit war Céline bereits zwei Tage tot, in aller Einsamkeit seines Barackendaseins zwischen Papieren, Hunden und medizinischen Geräten im Alter von 67 Jahren gestorben am Sonnabend, dem 1. Juli, gegen achtzehn Uhr.


Der Spiegel n°30, 19 juillet 1961.

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